AKITA INU - Was Sie vor dem Kauf über die faszinierende Rasse wissen sollten

 

"Akita Inu", das bedeutet "Hund aus Akita" (Akita ist eine Provinz auf der Insel Honshu, im Norden Japans.)

 

Die Ursprünge der Rasse lassen sich wahrscheinlich auf prähistorische Zeiten zurückführen. Der Vorfahr unseres heutigen Akita ist der Matagi Inu, ein etwa 50 cm grosser Hund, ab dem 12. Jahrhundert bei der Jagd auf Bären und Grosswild eingesetzt.

 

Nach den Ergebnissen jüngster Forschung gehört der Akita zu denjenigen Hunderassen, die mit dem Wolf genetisch am engsten verwandt sind.

 

In Japan ist es Sitte, zur Geburt eines Kindes oder als Geschenk an Kranke eine kleine Akita-Statue zu verschenken .... als Symbol für Glück, Gesundheit und langes Leben. Dies zeigt deutlich die Bedeutung, die dieser aussergewöhnliche Hund in seinem Heimatland geniesst.

 

Seit 1931 gilt der Akita in Japan als "lebendes Naturdenkmal".

 

 

Einem Akita gegenüber gleichgültig zu bleiben ist schwierig, wenn nicht gar unmöglich. Auf den ersten Blick fasziniert er durch seine natürliche Schönheit und die ausgestrahlte Würde .... später, wenn man diesen Hund näher kennt, vor allem durch seinen Charakter - selbst wenn gerade dieser dafür sorgt, dass der Akita kein Hund für jedermann ist.

 

Der grösste der japanischen Spitze ( Hündinnen durchnittlich 61 cm und Rüden 67 cm mit einer Toleranz von +/- 3 cm) zeigt sich im allgemeinen sehr "zen" und liebt es, in der Nähe seines Menschen zu dösen. Man darf sich dadurch nicht täuschen lassen, denn, wenn es darauf ankommt, kann er von einem Augenblick zum anderen blitzschnell und völlig überraschend reagieren. Im allgemeinen hat er einen starken Charakter, ist unabhängig und vis-à-vis Artgenossen dominant (nicht zu verwechseln mit aggressiv!) .

 

Gegenüber seinem/seinen Menschen ist der Akita zärtlich, anhänglich und treu ergeben. Wer kennt nicht die Geschichte des treuen Hachiko, welche gerade in den USA verfilmt wird. Bleibt nur zu hoffen, dass dem Akita das Schicksal anderer tierischer "Filmstars" (Lassie, Dalmatiner ... , Nemo, Ratatouille ....) erspart bleibt.

 

Hüten Sie sich - im eigenen Interesse und dem des Hundes -, aus einer Laune heraus einen Akita zu erwerben, nur weil dieser als Welpe wie ein Plüschtier, ein Teddybär aussieht! Spätestens wenn er in die Pubertät kommt, würden Sie bemerken, dass dieser Teddy Charakter hat. Ziehen Sie unbedingt vor dem Kauf aus mehreren Quellen genaue Erkundigungen ein und prüfen Sie dann in aller Ruhe, ob der Akita tatsächlich der Hund ist, der Ihren Erwartungen und Ihrer Lebensweise am besten entspricht. Jemand, der den starken und unabhängigen Charakter eines Hundes nicht akzeptieren kann, ist mit einer anderen Hunderasse wahrscheinlich besser beraten. Dagegen wird jeder, der bereit ist, seinen Akita mit viel Liebe, Geduld und Konsequenz zu erziehen, einen treuen, verlässlichen Freund fürs Leben gewinnen. Bei dieser Rasse polarisieren sich die Meinungen: "Einmal Akita, immer Akita!" oder "Einmal Akita, nie mehr!"

 

 

Akita und Gehorsam

 

Auch wenn ein kleiner Akita-Welpe wie ein Teddybär aussieht, sie müssen ihn erziehen, und zwar vom ersten Tag an, den er in Ihrem Haus verbringt. Ein Minimum an Kenntnissen in Ethologie wird sich dabei als vorteilhaft erweisen, um sein Verhalten zu verstehen und richtig zu reagieren, wenn er sich vermeintlich "stur" zeigt. Der Akita ist intelligent, das Verstehen und Erlernen von Befehlen bereitet ihm keine Schwierigkeiten. Was allerdings nicht bedeutet, dass man sich blind darauf verlassen sollte, dass der Hund immer und überall gehorcht. Auf Grund seines eher selbständigen Wesens kann es durchaus passieren, dass auch ein gut ausgebildeter Akita in manchen Situationen den Gehorsam verweigert und/oder beschliesst, selbständig zu agieren. Bei einigen Hunden ist der Jagdtrieb sehr stark und sie lassen sich nur schwer stoppen, wenn sie einer Fährte folgen oder vielleicht sogar bereits einen Hasen oder Wild aufgespürt haben. Ebenso kann es sich bei Begegnungen mit Artgenossen manchmal als schwierig erweisen, eine Auseinandersetzung zu vermeiden. Sie sollten deshalb in der Stadt und in Zonen, in denen es Probleme (Begegnung mit anderen Hunden, Jagdmotivation, ....) geben könnte, Ihren Akita lieber an der Leine führen.

 

 

 

Akita und Kinder

 

 

Im allgemeinen mögen Akita Kinder und erweisen sich ihnen gegenüber sehr geduldig. Kind und Hund können die besten Spielgefährten werden. Wenn ein Baby oder Kleinkind im Hause lebt, sollte die Wahl eher auf eine Hündin fallen, welche im allgemeinen zarter und vorsichtiger mit den Kleinen umgehen wird. Im Idealfall sollten Sie Ihre Kinder mehrmals mit zum Züchter nehmen, um die Welpen zu sehen, schon auch deshalb, damit der Welpe bereits ein bisschen an Ihre Kinder gewöhnt ist, wenn er dann bei Ihnen einzieht.

 

 

 

Sie sollten aber UNTER KEINEN UMSTÄNDEN ein kleines Kind oder ein Baby mit dem Hund allein lassen - was nicht nur für einen Akita, sondern grundsätzlich für jeden anderen Hund gilt. Kinder, die dies bereits verstehen, sollten unbedingt angeleitet werden, den Hund als Lebewesen zu respektieren und ihn nicht zu stören, wenn er schläft oder frisst. Der Hund sollte immer eine Rückzugsmöglichkeit haben, wenn er sich von Kindern bedrängt fühlt.

 

Ein Akita wird sich für den "Body-guard" Ihres Kindes halten. Dies ist insbesondere zu berücksichtigen, wenn Spielkameraden ins Haus kommen, falls das Spiel zu turbulent werden sollte, könnte der Hund dies falsch interpretieren und es für nötig halten, zu Gunsten seines kleinen Herrchens/ Frauchens einzugreifen.

 

 

Akita und Katzen oder andere kleine Tiere

 

 

Akita sind oft passionnierte Jäger. Deshalb sollten sie so früh wie möglich (am besten bereits beim Züchter) an andere Tiere gewöhnt werden, besonders wenn eine Katze zu ihrem Haushalt gehört oder Sie Hasen, Hühner, ..... haben. Solange die anderen Tiere ruhig bleiben, werden in der Regel keine Probleme auftauchen. Es gibt jedoch kaum einen Akita, der sich das Vergnügen entgehen lässt, eine rennende Katze oder flatternde Hühner zu verfolgen ... ausser er ist sehr gut erzogen, der Halter ist an seiner Seite und reagiert mit einem deutlichen Befehl.

 

Es gibt genügend Beispiele für ein friedliches Zusammenleben von Akita und Katzen, wenn gleich dieses nicht selbstverständlich ist. Entscheidend ist die Sozialisierung des Akita-Welpen. Ein Hund, der während seiner Prägephase (5. bis 8. Lebenswoche) Katzen kennengelernt hat, wird diese als "befreundete Spezies" betrachten. Ein Hund, der diese Gelegenheit nicht hatte, wird in einer Katze eher die Beute sehen. Dennoch ist auch in diesem Fall ein Aneinandergewöhnen nicht aussichtslos, nur deutlich schwieriger und langwieriger.

 

 

Akita und ein anderer Hund in Ihrem Haushalt

 

 

Wie manche anderen grossen Hunde ist der Akita dominant, insbesondere gegenüber einem gleichgeschlecht-lichen Artgenossen, was zu Schwierigkeiten führen kann, wenn der andere seine Überlegenheit nicht anerkennen will. Wenn Sie die Absicht haben, einen Akita als Zweithund bei sich aufzunehmen, ist es deshalb besser, einen Welpen von entgegengesetztem Geschlecht zu wählen. Nur sehr erfahrenen und engagierten Haltern wird es gelingen, zwei gleichgeschlechtliche Akita miteinander zu halten ... und selbst unter günstigen Bedingungen ist nicht garantiert, dass das Zusammenleben immer friedlich bleibt.

 

 

 

Akita und Begegnungen mit fremden Hunden

 

 

Hunde vom Urtyp wie Akita benutzen eine Körpersprache und folgen bei Begegnungen einem bestimmten Ritual ... was manche andere Hunderassen nicht mehr verstehen. Folglich sind Missverständnisse vorprogrammiert. Im Prinzip sucht ein Akita nicht den Kampf, wenn er sich jedoch durch einen anderen Hund, der sich in "unhöflicher" Weise nähert und seine Beschwichtigungssignale ignoriert, gestört oder angegriffen fühlt, wird er sich verteidigen! Im allgemeinen wird er sich damit begnügen, den anderen auf den ihm gebührenden Platz zu verweisen, ernsthafte Verletzungen sind glücklicherweise selten.

 

Spielerische Interaktionen sind möglich, aber es ist essentiell, den Akita bereits im Welpenalter daran zu gewöhnen, am besten schon ab dem Alter von zwei Monaten in einer gut geführten Welpengruppe. Am besten erkundigt man sich schon vor dem Einzug des Akita-Welpen, wo in der Nähe es eine solche gibt.

 

 

Spaziergänge mit einem Akita sind selten völlig entspannt, der Halter muss immer vorausschauend agieren, seinen Hund notfalls mit einem energischen "Nein" stoppen, wenn er einen "Gegner" fixiert, oder auch einen entgegenkommenden freilaufenden Hund durch Gesten und Geräusche vertreiben.

 

 

 

Pflege des Akita

 

 

 

Ein Akita putzt sich wie eine Katze, daher braucht sein Fell unter normalen Umständen keine spezielle Pflege. Im allgemeinen genügt es, ihn einmal pro Woche zu bürsten, regelmässig die Augen und Ohren zu kontrollieren und eventuell vorsichtig die Krallen zu schneiden, wenn sie zu lang werden (was besonders bei Hunden passiert, die wenig auf Asphalt laufen).

 

Beeindruckend ist der Fellwechsel. Der Akita verliert zwei Mal im Jahr mehr oder weniger vollständig seine Unterwolle, dann das Deckhaar. Einige Wochen lang finden Sie dann überall Haare: auf Ihren Kleidern, auf den Teppichen, grosse Flusen auf dem Boden und unter den Schränken, ..... . Während dieser Zeit müssen Sie Ihren vierbeinigen Freund täglich bürsten. Wenn Sie die Haare sammeln, haben Sie am Ende eines Jahres ungefähr 300 Gramm, genügend, um sie zu Wolle spinnen zu lassen!

 

 

 

Der Akita, ein "Sportler"?

 

 

In Europa wird der Akita vorwiegend als Familienhund, Begleithund oder Wachhund betrachtet, aber dieser ursprüngliche Jagdhund hat Talent für manch andere Aktivität (z.B. Rettungsdienst, Lawinensuchhund). Ein erwachsener Akita kann Sie auf langen Wanderungen begleiten, auch beim Jogging oder beim Radfahren, wenn Sie ihn langsam daran gewöhnen. Vorsicht ist dagegen beim Welpen und Junghund geboten. Bis zum Alter von etwa 15 Monaten ist der Akita im Wachstum, zu hohe Anforderungen an sein Leistungsvermögen könnten seiner Gesundheit schaden.

 

 

Mit einem Akita können Sie ebenso verschiedene Disziplinen des Hundesports ausüben, wie Gehorsamkeits-training, Agility, Fährtensuche, Cani-cross ...

Jede dieser Sportarten ist - vor allem, wenn das Training mit positiver Verstärkung erfolgt - hervorragend dazu geeignet, ihren Hund noch besser zu verstehen, ihn auszulasten und das beiderseitige Vertrauensverhältnis zu festigen.

 

Für unsere Familie gilt, frei nach einem Ausspruch von Heinz Rühmann:

 

"Natürlich kann man ohne AKITA leben, es lohnt sich nur nicht."

 

 

Wenn Sie noch Fragen bezüglich der Rasse und zum Zusammenleben mit einem Akita haben oder wenn Sie gar Lust verspüren, unsere Hunde "in natura" zu erleben, dann zögern Sie nicht, Kontakt mit uns aufzunehmen. Wir stehen gerne zu Ihrer Verfügung, um weitere Auskünfte zu geben.