SEBADENITIS (SA)

SEBADENITIS - Einführung:

 

 

 

Was ist Sebadenitis?

 

  

Sebadenitis (SA), erstmalig im Jahr 1986 diagnostiziert, ist leider immer noch nicht allen Tierärzten bekannt. Es handelt sich hierbei um eine Autoimmun-Erkrankung, die mit Entzündungen um die Talgdrüsen beginnt und die diese im weiteren Fortschreiten zerstört, Drüsen, "deren Funktion die Produktion von Talg ist, um die Haut gegen äussere Schadeinflüsse zu schützen. Die Funktionsstörung dieser Drüsen hat ein Austrocknen der Haut und der Haare zur Folge (Erscheinen von Schuppen, Haarverlust). Nicht mehr geschützt, ist die Epidermis anfällig für stark juckende und übelriechende Dermitis. Auf dem Körper des Hundes lassen sich Bereiche erkennen, in denen er nicht mehr viel oder sogar gar keine Haare mehr aufweist."

(Auszug aus dem "Livret de race Akita-Inu", herausgegeben vom CFCNSJ)

 

an SA erkrankter Akita (copyright: K. Sinnreich)
an SA erkrankter Akita (copyright: K. Sinnreich)

 

Welche Hunderassen sind von Sebadenitis betroffen?

 

Nach Doktor Pfeiffer, verantwortlich für das Forschungsprojekt zur Sebadenitis an der Universität Kassel, sind mehr als 40 Rassen (z.B. Beagle, Deutscher Schäferhund, Bobtail, Border Collie, Malteser, Golden Retriever, Labrador, Rottweiler, .........) und auch Mischlinge von SA betroffen.

 

Beim Akita konnte man feststellen, dass die Krankheit sich in den meisten Fällen in einem Alter zwischen 15 Monaten und fünf Jahren manifestiert, aber wohlgemerkt, sie kann auch später auftreten. Unter den erkrankten Hunden ist der Prozentsatz der Rüden etwas höher.

 

Wie erkennt man, ob ein Hund betroffen ist?

 

Die typischen Merkmale für das Vorliegen von Sebadenitis (der Hund muss sie aber nicht alle aufweisen!) sind:

an SA erkrankter Akita Inu (copyright: K. Sinnreich)
an SA erkrankter Akita Inu (copyright: K. Sinnreich)

 

- teilweiser oder vollständiger Haarverlust (vor allem auf dem Kopf, dem Rücken, am Schwanz),

- Verlust des Unterfells,

- sehr trockene Haare, Schuppen,

- schwarze Krusten um die Haarwurzeln,

 

Haare eines an SA erkrankten Akita (copyright: K. Sinnreich)
Haare eines an SA erkrankten Akita (copyright: K. Sinnreich)

 

- unangenehmer Geruch,

- Fieber,

- Gewichtsverlust,

- Ohrenentzündungen,

- Krusten und/oder Wunden

 

Kopf eines an SA erkrankten Akita (copyright: K. Sinnreich)
Kopf eines an SA erkrankten Akita (copyright: K. Sinnreich)

 

Gewisse Hauterkrankungen (Allergien, fettige Seborrhoe, ..... ) rufen Symptome hervor, die denen einer Sebadenitis ähneln. Allein eine Hautbiopsie kann die Diagnose SA ausschliessen oder bestätigen. Diese Biopsie wird in der Regel unter örtlicher Betäubung durchgeführt, die Hunde spüren nur die Spritze. Nach Entnahme der Gewebeproben wird die betroffene Stelle geklammert oder genäht.

 

 

Was sind die Ursachen der Krankheit ?

 

Nach Doktor Ina Pfeiffer kommen mehrere Ursachen in Frage. Möglicherweise handelt es sich

 - um eine Krankheit mit genetischer Grundlage,

 - um eine Störung des Immunsystems, ausgelöst durch einen unbekannten Mechanismus,

 - um eine allgemeinere Anomalie im Wachstum der Haut und der Haare.

 

Niemand hat bis heute bewiesen, dass (und wie) Sebadenitis vererbt wird, wenn auch diese These in den Publikationen zum Thema favorisiert wird. Man weiss (noch) nicht, was in den Zellen geschieht und was die Zerstörung der Talgdrüsen hervorruft. Von daher kommt den Forschungen zu diesem Thema grosse Bedeutung zu.

 

Manche Experten vermuten einen Zusammenhang zwischen Sebadenitis, Atopien und anderen Autoimmunerkrankungen.

 

 

Was kann ich tun, wenn mein Hund erkrankt ist?

 

Anfangs behandelte man die Hautentzündungen mit Cyclosporin und Cortison, mit nicht immer überzeugendem Erfolg. Der Tierarzt verschreibt für die Sekundärinfektionen mit Staphylokokken im allgemeinen Antibiotika für eine Behandlungsdauer von mehreren Wochen. Eine wirksame Methode, um das fehlende Sebum zu ersetzen und eine Schutzschicht auf der trockenen Haut zu erzielen, besteht in der Verabreichung von Ölbädern, der sog. Rampak-Methode. Diese sollte begleitet werden durch Gaben von Nahrungsmittelzusätzen, die reich an essentiellen Fettsäuren (Omega 3 und 6) und Vitaminen (A, C, und E) sind.

 

In der Mehrzahl der Fälle gelingt es, dem Hund durch eine derartige Behandlung Linderung seiner Beschwerden zu verschaffen, aber man kann ihn nicht heilen. Er muss lebenslang behandelt werden, Rückschläge können zu jeder Zeit vorkommen, häufig bei feuchter Witterung und während des Fellwechsels.

 

 

 

Gibt es einen Hoffnungsschimmer?

 

Die WUAC (World Union of Akita Clubs) hat im Jahr 2002 ein Forschungsprojekt in die Wege geleitet, die Universität Göttingen, um genauer zu sein Herr Professor Brening und Frau Doktor Pfeiffer, ist damit beauftragt, finanziert wird es vom JKC (Japanese Kennel Club). Ziel ist, das Gen oder die Gene zu finden, die für die Krankheit verantwortlich sind, zu erkennen ob SA in einem einfach-rezessiven Erbgang weitergegeben wird und eventuell einen genetischen Test zum Aufspüren der Gen-Träger zu entwickeln.

 

Dafür bedarf es der Beteiligung der Besitzer und Züchter erkrankter Hunde, aber auch gesunder Hunde, deren Vater, Mutter, Bruder, Schwester oder direkter Nachkomme erkrankt ist. Von diesen Hunden werden Hautbiopsien, eine Blutprobe und der Stammbaum benötigt.

 

Für weitere Informationen nehmen Sie bitte Kontakt auf mit:

 

 

PD Dr. Ina Pfeiffer, Institut für Biologie, Universität Kassel,

 

Heinrich-Plett-Straße 40, D - 34109 Kassel,

 

Tel: 0049 - (0)561 804 4775, SeKr: 0049 - (0)561 804 4787, Fax: 0049 - (0)561 804 4009

 

Email: ipfeiff@gwdg.de

 

 

weitere Informationen zum Thema:

 

Artikel von Frau Dr. Reichler zum Thema Sebadenitis

 

Bericht von Frau Kammerscheid-Lammers zum Projekt der WUAC