ERZIEHUNG UND SOZIALISIERUNG DES AKITA-WELPEN

 

 

Erziehung des Welpen

 

 

Wenn die Familie oder der Züchter, bei dem der Welpe zur Welt kam, ihm die besten Voraussetzungen für eine gute Sozialisierung geboten hat, ist der Welpe bei Aufnahme in seine neue Familie bereit, mit dieser fürs Leben zu lernen.

 

 

In den ersten acht Wochen hat er viel von seiner Mutter - im Idealfall auch von einem Hundevater - und aus den Spielen mit den Geschwistern gelernt. Jetzt gilt es, sich an die Lebensweise der Menschenfamilie zu gewöhnen. Dafür benötigt er die Unterstützung jedes Familienmitglieds. Er muss verstehen, was man von ihm erwartet, dazu ist Geduld und Nachsicht nötig, aber auch Konsequenz und Ausdauer. Die Erziehung des Welpen beginnt bei seiner Ankunft im neuen Zuhause, die Beziehung zu ihm muss auf Vertrauen beruhen, damit er zu einem ausgeglichenen, gut erzogenen Hund heranwächst.

 

Akitas sind sehr intelligent, sie begreifen rasch, was man von ihnen will. Das Einüben der grundlegenden Befehle für einen zuverlässigen Grundgehorsam ist normalerweise kein Problem, man sollte nur darauf achten, dass die Übungsphasen nicht zu monoton ablaufen und nicht zu lange dauern. In diesem Fall besteht die Gefahr, dass es dem Akita langweilig wird und er beschliesst, nichts mehr zu tun - oder sich eine andere interessantere Beschäftigung zu suchen. Üben Sie lieber mehrmals täglich zehn Minuten, als einmal eine volle Stunde. Suchen Sie sich eine gute Welpenspielgruppe und Hundeschule, wo man nach modernen Erkenntnissen unterrichtet und bereit ist, auf Besonderheiten der einzelnen Rassen einzugehen.

 

Genji in der Welpengruppe von Canécole, Talence
Genji in der Welpengruppe von Canécole, Talence

 

 

Dass Tiere eine Gefühlswelt besitzen, ähnlich der von uns Menschen, also Trauer, Freude, Wut, Enttäuschung, Liebe usw. fühlen können, wird oft bestritten, ebenso, dass Tiere Intelligenzleistungen vollbringen, die uns immer wieder in Erstaunen versetzen. Unbestritten ist wohl, dass sie Stimmungen wahrnehmen können, oft bevor diese uns selbst bewusst werden. Wir erwarten von unseren Hunden ständig, dass sie aus einer Fülle von gesprochenen Worten das heraushören können, was wir von ihnen verlangen und oftmals können sie das sogar. Sie haben gelernt, Begriffe der Menschensprache zu begreifen, mehr noch, sie sind auch fähig, unsere Gesten nicht nur zu verstehen, sondern einige sogar zu imitieren, um sich uns mitzuteilen.

 

Sind wir intelligenten Menschen umgekehrt auch in der Lage, uns unseren Hunden in deren Sprache verständlich zu machen? Wohl kaum! Ihnen gegenüber haben wir immer noch die Mentalität von Sklavenhaltern, die selbstverständlich erwarten, dass die "dummen Sklaven" ihre Sprache erlernen, sich in ihrem Standesdünkel aber keinerlei Mühe geben, deren Sprache zu studieren. Das ist schade, denn unsere Hunde wären es wert, dass wir sie wenigstens annähernd so gut verstünden wie sie uns. Sie wissen schon die kleinsten, uns unbewussten Gesten richtig einzuschätzen und wir oft nicht einmal ihre deutlichsten Signale. Verständnislosigkeit halten wir für Sturheit, Ängstlichkeit für Bösartigkeit, Unsicherheit für Unberechenbarkeit usw.

 

Auf dieser Grundlage baut auch heute noch die Erziehung - sollte ich besser sagen: die Abrichtung, die Dressur, der Drill - unserer Hunde in der ein oder anderen Hundeschule auf. Auf die Hunde wird eingebrüllt, es wird an der Leine gerissen, sie werden mit Elektroschocks gequält, geschlagen und warum? Weil viele Halter einfach zu träge, zu einfallslos, zu uninteressiert oder schlicht zu dumm sind, sich mit ihren Hunden zu beschäftigen, in dem Sinne, dass sie auf die Mentalität ihrer Hunde eingehen, deren Fähigkeiten in die Ausbildung miteinbeziehen, ein Vertrauensverhältnis aufbauen. Der Hund erkennt gerne unsere Rolle als Rudelführer an, wir müssen uns aber dessen würdig erweisen.

 

Ein kluges Wort des Häuptlings Dan George, zum Nachdenken:

 

Wenn Du mit den Tieren sprichst, werden sie mit Dir sprechen, und Ihr werdet Euch kennenlernen. Wenn Du nicht mit ihnen sprichst, dann werdet ihr Euch nie kennenlernen. Was du nicht kennst, wirst Du fürchten. Was du fürchtest, zerstörst Du.

  

Eine gewaltfreie Erziehung ist möglich, dabei können die Hunde Erstaunliches leisten.