AKITA-GESCHICHTEN

So fing alles an

 

Eigentlich wollten wir schon immer einen Hund, aber Gabriele stellte uns stets vor die Wahl: Einen Hund oder mich. Also kein Hund... bis, eines Tages meine zweite Tochter Carolin uns anrief: „Hallo, ich habe einen Hund aus Togo mitgebracht." Mithilfe einer kleinen Notlüge ( pardon, mußte sein ) kam dann Avu ( in der Minna-Sprache: Hund ) zu uns.

 

Nicht lange, dann war er unser aller bester Freund. Mit drei Jahren fiel Avu plötzlich nach dem Spielen mit einem Schrei um. Obwohl wir wenige Minuten später beim Tierarzt waren, konnte der nur noch seinen Tod feststellen, Aneurisma.

 

Ein Leben ohne Hund war nicht mehr vorstellbar und der Nachfolger sollte aussehen wie Avu, kinderlieb sein, wachsam, aber nicht bissig. Ein wenig eigenwillig durfte er ruhig sein, einen ruhigen Charakter haben, nicht zu groß, aber groß genug um als Wächter eines einsamen Hauses respektabel zu sein. Unweigerlich fiel die Wahl auf einen Akita, einen roten Akita.

 

In einem Zeitschriftenladen fand Gabriele „zufällig" in einer Hundezeitschrift die Annonce eines Züchters in der Nähe, der gerade Welpen anbot. Am gleichen Abend fuhren wir hin, mußten uns sofort entscheiden, da die Welpen schon am nächsten Tag alle zu einem Händler gebracht werden sollten, der dann den Verkauf übernahm - das stimmte wirklich.

 

Zwei Hunde waren noch zu vergeben, zwei Hündinnen, eine brindel, eine weiss. Die weisse war ständig beschäftigt, mit ihren Geschwistern um einen Kauknochen zu kämpfen, Rakuna klaute sich den Knochen und fraß ihn in aller Ruhe. Wir kannten uns bis dahin mit Hunden wenig, mit Akitas gar nicht aus, aber Rakuna hatte es uns so angetan, dass wir sie noch am selben Tag mitnahmen. Es war Liebe auf den ersten Blick. Daß Rakuna ein erstklassiges Pedigree hat, merkten wir erst später, beim Kauf war es uns egal.

 

Rakuna machte uns allen viel Freude, sie hatte genau die Eigenschaften, die wir erwartet haben. Sie war sofort sauber, lernte sehr rasch, war stets dominant auch gegenüber erwachsenen Hunden, jagte gerne Nachbars Hühner und brachte sie auch brav dem Rudel (Alpha ging dann mit Cash los, um den Schaden zu begleichen ), aber sie fand im Dorf keine anderen Hunde, die mit ihr spielten. Die Hundebesitzer hatten Angst vor ihr. Warum weiß ich bis heute nicht, sie ist freundlich zu allen Leuten auf der Straße und läßt sich auch gerne streicheln, besonders von Kindern. Aber es fehlte ihr ein Spielkamerad. Die Idee, einen zweiten Akita zu kaufen, lag nahe. Kurz darauf besuchten uns die Züchter und erzählten uns, daß sie wieder Welpen hätten. Wir besuchten sie dann und was dann geschah, ...

 

 

Wir kamen beim Züchter an, sahen uns die Welpen an und wollten mit zwei Rüden einen kurzen Spaziergang machen um sie zu beobachten. Sie liefen uns auch sofort hinterher, spielten, purzelten übereinander, ließen sich gerne auf den Arm nehmen und streicheln. Als wir schon wieder auf dem Rückweg waren, hörten wir auf einmal Wolfsgeheule, die Alten vermißten die Welpen. Die Jungen, die noch bei den Eltern waren, fielen in den Chor ein. Die beiden Kleinen setzten sich hin, streckten die Köpfchen zum Himmel und heulten mit. Dieses Bild war so drollig und anrührend, daß wir uns wieder einmal spontan entschlossen, Samouraï mitzunehmen.

 

Rakuna akzeptierte Samuraï sofort, gewährte ihm zwar Welpenschutz, aber die Spiele waren doch ziemlich wild. Das Vertrauen in Rakuna, daß sie einen Welpen nicht verletzen würde, hat sie nie enttäuscht. Leider brachte sie ihm auf diese Art und Weise auch bei, daß man einen Hund bei der Begrüßung stets mit viel Geknurre auf den Rücken knallt. Die Besitzer dieser Hunde sehen das nicht so gerne. Beide Male haben wir mit dem „Bauch" entschieden, nicht mit dem Verstand. Es waren trotzdem gute Entscheidungen.