AKITA - GESCHICHTEN

 

 

Müde, aber schlau

 

Die werdende Mama ist müde, verständlich, aber ab und an sollte sie halt mal nach draussen; ausserdem, Bewegung regt die Wehen an. Wollen wir sie hinunterlocken, bleibt sie liegen, Mitleid heischender Blick vom Typ: "Frauchen hast Du sie noch alle? Siehst Du denn nicht, wie erschöpft ich bin?" Herrchen muss helfen. Locken muss ich sie nicht, hat keinen Sinn, aber ein freundlich, kompromissloses "Assis", erhobener Zeigefinger, und sie sitzt - na, ist doch schon ein Fortschritt. "Debout!", flache Hand nach oben, Hundchen erhebt sich, folgt dann sogar bis zur Treppe. Kaum gehe ich voran, will sie schon wieder umkehren. "Nein!" - verständnisloser Blick? Da! Frauchen hat den Trockenfisch geholt, endlich ein Grund sich doch die Treppe hinunter zu bewegen, und wie flott. Sie setzt sich zackig ab und will ihre Belohnung. Herrchen steckt jetzt den Fisch so in die Jackentasche, dass Daiunme es sehen muss. "Viens!" Sie kommt mit, meint aber, dass sie spätestens nach 5 Metern eine Belohnung verdient hätte, bekommt sie auch, denn raus muss sie einfach, nachdem sie so viel frisch gekochte Brühe getrunken hat, und eine werdende Mutter muss man sanft behandeln! Das Spiel setzt sich fort, sie ist sooooo müde, dass sie keinen Schritt mehr weiter kann, kaum wird sie mit einem Stückchen Fisch gelockt, kommt sie aber in flottem Tempo an.

 

Mir wird heute schon angst und bang, wie wir unseren in den letzten Tagen völlig verzogenen Fratz irgendwie auf die Reihe kriegen können ..... aber darüber denken wir erst nach, wenn die Welpen endlich da sind.

 

 

 

Schlau wie ein Akita

oder: Können Hunde lügen?

 

Daiunmes Bäuchlein rundet sich gewaltig, Kunststück, sie erwartet in einer knappen Woche ihre Welpen. Sechs Babies brauchen eben Platz.

 

Die werdende Mama bewegt sich auch nicht mehr so geschmeidig wie noch vor einigen Wochen, als sie noch mit Samouraï durch den Garten tobte. Was sie gar nicht mehr mag, ist das Grundstück verlassen, sie bleibt lieber bei ihrer "Höhle". Aber Frauchen ist unerbittlich, der Abendspaziergang muss sein. Dai kommt widerwillig mit, sucht den erstbesten Grasbüschel auf und "gibt ihr Paket ab". "Komm Dai, wir gehen weiter!" Dai will nicht, sie will absolut nicht. Steifbeinig steht sie da und schaut trotzig drein. "Dai, komm!" Dai kommt nicht .... ein leichtes Rascheln mit der Tüte .... in der Tüte sind Leckerli ... Dai kommt, setzt sich vor Frauchen und erwartet hoffnungsvoll ein Stückchen Trockenfisch. Sie darf es ruhig und gemütlich fressen. "Komm Dai, wir gehen weiter." Hundchen hat jetzt überhaupt keine Lust mehr, nochmals der Befehl, energischer und mit Handzeichen. Die gehorsame Dai kommt und hinkt dabei zum Erbarmen. Das mitleidige Frauchen ist entsetzt, armes Hundchen, quälen wollte sie die junge Mama doch nicht. Sie gehen langsam, ganz langsam die wenigen Meter zum Hoftor zurück, Daiunme leidet sichtbar, die Arme.

 

Geschafft, endlich im Garten! Leine ab und ...... die Wunderheilung vollzieht sich, als sie Samouraï sieht. Daiunmes saust zu ihm hin, nicht mehr so schnell wie früher, aber genau so vergnügt. War das jetzt eine spontane Heilung oder hat uns etwa das schlaue Hundchen schon wieder ..........? Ich habe da so einen Verdacht.