AKITA - GESCHICHTEN

Rakuna - die neue Duse

In der Küche wird Essen zubereitet. Diesmal soll es eine Velouté de Chataignes aux Cèpes** geben. Rakuna verfolgt schmachtend jede Bewegung, jeden Handgriff von Herrchen. Ob er etwas fallen lässt? Die Esskastanien werden geschält, eine rutscht aus der Hand und fällt zu Boden. Der Koch will sie aufheben, aber .... wo ist sie denn hingefallen?

 

 

"Rakuna?" Nein, die sitzt stocksteif da, mit geschlossenem Maul und blickt starr an die Decke. "Rakuna, man klaut nicht!" Keine Bewegung, Starre. Niemand will einem armen Hund Unrecht tun, wenn sie die Kastanie nicht hat, dann muss sie eben woanders sein. Herrchen schält weiter und hört ein schmatzendes Kaugeräusch. Er blickt zu der Hündin, Starre, keine Bewegung, Blick zum Himmel, nur die Lefzen sabbern etwas. Der Mensch muss sich wohl getäuscht haben und arbeitet weiter.

 

Wieder das Geräusch! Blitzschnell dreht er sich zu dem Akita, sieht gerade noch, wie der angewidert das Gesicht verzieht und die angekaute Maroni ihm vor die Füsse spukt. Darauf verlässt Rakuna empört die Küche.

 

"Was die Menschen für ein Zeug essen! Da gibt man sich solche Mühe, Herrchen auszutricksen und wozu? Dass man so ein ekelhaftes Zeug erwischt. Den Menschen graust es wohl vor gar nichts. Pfui Deibel!"

 

 

*Begnadete Schauspielerin, 1858 - 1924

**Crèmesuppe aus Esskastanien mit Steinpilzen