AKITA - GESCHICHTEN

Oh süsser Schmerz

Nur wer die Sehnsucht kennt, weiss, was er leidet

'Elle court, elle court, la maladie d'amour....' *, so beginnt ein altes französisches Chanson. Den süssen Schmerz durchleiden nicht nur menschliche Jünglinge im Frühjahr, nein auch akitanische Jungspunde und selbst ältere vierbeinige Herren werden von ihm nicht verschont.

 

Rakuna ist läufig. Als Ehefrau von Samouraï ist sie für die anderen Rüden im Hause tabu, aber ihr Duft lässt sie trotzdem die Sinne schwinden. Dann noch ihre Mama Daiunme, auch sie ist in Hitze und weder die Buben noch die Mama hätten irgendwelche moralische Bedenken, wenn da nicht die bösen, bösen Menschen wären, die die schmachtenden Akita gnadenlos trennen. Als ob dies noch nicht genügte, lockt auch noch ein süsses Mädchen, nach menschlichem Masstab ein sehr frühreifer Teenie, die gerade ihre erste Läufigkeit erlebt.

 

Wie soll da ein Jungrüde noch cool bleiben, wie soll er nachts schlafen, wie in seiner Schlafkiste bleiben? Das ist für die armen Buben die reinste Psychofolter. Jedoch wären sie keine Akita, ergäben sie sich so ohne weiteres ihrem Schicksal.

 

Sie besingen ihre Minnedamen, kein Troubadour sang je ausdauernder, mit grösserer Hingabe und Inbrunst und sie versuchen auch tatkräftig ihrem bejammernstwerten Schicksal ein Schnippchen zu schlagen. Samouraï trägt alles mit der Gelassenheit eines erfahrenen Liebhabers, er hat seine Rakuna, aber was sollen denn die Buben in ihrer Not anstellen?

 

Na was wohl? Jeder nach seinem Talent. Kiyo, vor dem keine Tür, kein Riegel sicher ist, hat sehr schnell bemerkt, dass seine Schlafkiste - eigentlich ist sie ein zusammenklappbarer Ausstellungskäfig - nur mit Schnapphaken gesichert ist. Das stellt für ihn kein Hindernis dar. Als ich des morgens ins Wohnzimmer komme, ist die Vorderwand seiner Box heruntergeklappt, freier Ausgang sozusagen.

 

Toshis Art ist das nicht, er ist weniger der elegante Techniker, nein er ist der Kraftprotz. Warum Riegel zurückschieben, warum den Geist bemühen, wenn man eine Tür einfach aufbiegen kann ... na ja ganz leicht ging es wohl nicht, denn Herrchen brauchte einige Mühe um die Türe wieder gerade zu biegen.

 

Zum Glück war das Ziel ihrer Begierde unerreichbar. Daiunme schlief bei uns im Schlafzimmer, die kleine Hime in ihrer sicheren Transportbox, die das schlaue Herrchen mit einem Schloss gesichert hat und Rakuna mit Samouraï im Gästezimmer. Davor muss sogar ein Kiyo kapitulieren, wie lange noch?

 

Ein Akita kann alles, wenn er nur will.

 

*Sinngemäss: Der Liebesschmerz schreitet voran