AKITA - GESCHICHTEN

Oh Kiyo!

 

Kiyo ist pfiffig, sehr pfiffig sogar, fast schon ein akitanisches Genie.

 

Er hat uns abgeschaut, wie man Türen öffnet. Jetzt kann er's auch. Dabei stellt er sich auf die Hinterbeine und stützt sich mit einer Pfote am Türrahmen ab, mit der anderen drückt er die Klinke. Dabei unterscheidet er genau, ob sich die Tür von ihm weg oder zu ihm hin öffnet, denn er weiss immer, ob er m Türgriff ziehen muss oder ihn von sich wegschieben. Leider weiss er ( noch? ) nicht, dass man eine Tür hinter sich schliessen sollte, was uns im Winter manchmal unangenehme Kühle beschert.

 

Nicht nur gewöhnliche Zimmer- oder Haustüren öffnet er problemlos, nein auch Ausstellungsboxen, Gartentore usw. Wie er das gelernt hat? Durch blosses Zusehen! Obendrein ist er noch ein guter Lehrmeister, denn unserem Nesthäkchen Tsubaki Hime hat er diese Fähigkeiten auch beigebracht. Türen sind bei uns nur dann noch sicher versperrt, wenn sie abgeschlossen sind.

 

Er begleitet mich auch immer gerne, wenn ich die Stallhasen füttere. Dabei habe ich mir nie etwas gedacht; das ist immer ein Fehler. Man sollte wissen, dass ein Kiyo nichts ohne Selbstzweck tut. Herrchen hat nicht gedacht, Kiyo aber schon.

 

Natürlich hat er sehr schnell begriffen, wie man den einfachen Schnappriegel vom Hasenstall lösen kann, natürlich wartet er, bis Herrchen wieder im Hause ist. Selbstlos wie er nun mal ist, öffnet er dann ein Stalltürchen und entlässt ein Kaninchen in die Freiheit. Jeden Tag eine gute Tat! Lieber Kiyo, Kiyo der Retter der Kaninchen. Kiyo der Tierschützer?

 

Na ja, ganz so selbstlos wie es scheint, ist er denn doch auch wieder nicht. Alles im Leben hat einen Preis. Kiyos Preis war ein leckeres Abendessen, das bot ihm das Tierchen.