AKITA - GESCHICHTEN

Können Hunde staunen?

 

Die Minis haben inzwischen die Augen geöffnet und machen ihre ersten holperigen Laufversuche. Die Gewichtszunahme ist enorm! Daidai hat also viel Milch. Sie frisst für Drei, was Wunder, bei so vielen Säuglingen!

 

Tonton Samouraï sah heute zum ersten Male einen unserer Welpen. Mama Daiunme zeigte sich nicht im mindesten beunruhigt, als der rote Riese den Kleinen fasziniert betrachtete; ihre Miene, ihre Haltung zeigte Stolz, Stolz über ihren so knuddeligen Sohn.

 

 

Der liebe Rüde näherte sich dem Hundebaby langsam, vorsichtig, noch etwas zögernd, fast schüchtern - "Darf ich?". Wir waren sicher, dass er das Fellbällchen als Ziehkind akzeptieren würde, die Hündin war es auch, das sah man ihr deutlich an. Ihrem Sami vertraut sie voll und ganz. Prompt begann der Grosse mit eine sanften Massage, er leckte ihren Sohn zärtlich verzückt und hingebungsvoll ab. Er erschien gleichermassen erstaunt und glücklich, dass er plötzlich "Papa" geworden war.

 

Deshalb durfte er auch mit ins Welpenzimmer. Dai ist völlig entspannt, vielleicht auch, nachdem sie gesehen hat, wie ihr Tonton mit dem kleinen Welpen umgegangen ist, nämlich wie ein stolzer, staunender, frischgebackener Menschenpapa, wenn er seinen Sprössling zum ersten Male sieht. Aber als er dann neben der Wurfkiste stand, benahm sich unser Sami völlig seltsam und unbeholfen. Er hatte den Gesichtsausdruck, als blicke er überhaupt nicht mehr durch - ein Bayer würde sagen: "Wie ein Schwalberl, wenn's blitzt". Er sass neben der Wurfkiste, betrachtete die Kleinen und war perplex. Er fühlt sich als Vater, das konnte man bemerken, aber er hatte den dämlich-glücklich-erstaunten Gesichtsausdruck eines Menschenrüden, der das erste Mal - und zwar überraschend - seine Sechslinge sieht. Kurz, der arme Kerl schwankte zwischen hingerissen sein und Fassungslosigkeit, lange Zeit, bis er sich hinlegte und ein Nickerchen machte.

 

Die gesamte Zeit habe ich nur Dai beobachtet, denn sie weiss am besten seine Körpersprache zu deuten. Sie war entspannt und "stolz"???? Ich weiss, man soll Hunde nicht vermenschlichen, aber bedeutet das auch, dass Hunde keine Gefühle haben können? Descartes und Wittgenstein ( beides Philosophen ) behaupten dies, aber beide lebten nie mit Hunden zusammen, schon gar nicht mit Akita. Wir tun dies schon, darum können wir viel vielleicht besser beurteilen, ob Ja oder Nein. Meine unwichtige Meinung: Hunde haben Gefühle, aber nicht unbedingt dieselben wie wir Menschen.

 

Egal, die Welpen sind einfach toll und sie haben eine wundervolle und liebevolle Mutter!

 

Wir haben uns in unserem grossen Akitarüden nicht getäuscht, er, der imposante Wächter des Hauses, wird Daiunme und uns helfen, die Welpen so zu erziehen, dass auch sie so wunderbare Hunde werden wie unsere grossen Akita. Wir sind mächtig stolz auf ihn, ein toller Bursche!