AKITA - GESCHICHTEN

Irren ist menschlich ...

... nur menschlich?

 

Daiunme hat nach stressigen Wochen ihre Welpen abgesetzt. Die können es gar nicht fassen, dass an Mamas Milchbar kein Ausschank mehr stattfindet, ja, dass sogar jedem kleinen Versuch sehr unwirsch entgegnet wird. Eine schwere Zeit für die Kleinen.

 

Daiyoko versucht noch ab und an zu nuckeln, an allem was auch nur entfernt nach Mamas Zitze aussieht. Brüderchen Daiun ist darüber manchmal ernsthaft böse und weist seine kleine Schwester zurecht. Daraus entwickelt sich dann eine spielerische Balgerei, die den Jungakita grossen Spass macht und natürlich nicht ohne Gefauche, Geknurre und ab und an einem Quieker von statten gehen kann.

 

Wie immer, wenn sie im Garten spielen, ist zumindest einer von uns dabei und passt auf die Kleinen auf, denn die würden sich ja liebend gerne zu den Schafen oder den Pferden und Eseln hindurch graben. Das könnte übel für sie ausgehen.

 

Für diesmal hatten sie genug getobt und gebuddelt, deshalb wollte sie meine Frau ins Haus zurück bringen und vorher noch ein wenig reinigen - es war dringend nötig. Sie gibt mir Yoko auf den Arm und bringt Daiun nach drinnen. Wegen der grossen Hitze trage ich kein T-Shirt. Das hat wohl kleine Assoziationen bei dem süssen Welpi geweckt und es versucht bei mir herzhaft zu saugen. Vor Schreck halte ich das Hundchen schnell von mir weg. Das wiederum will seine vermeintliche Milchquelle absolut nicht hergeben und macht genau das, was es auch bei Mama tat, wenn diese beim Säugen aufstand oder einfach weiter lief. Sie hielt sich mit ihren goldigen, aber sehr spitzen Milchzähnchen fest - was akita mal im Mäulchen hat, gibt akita freiwillig nicht mehr her.

 

Erst mein entsetzter Aufschrei erschreckte Yoko und sie sah mich mit ihren süssen Äuglein an. Wer wäre bei einem solchen Blick nicht sofort dahin geschmolzen? Böse konnte ich ihr nicht sein, aber meinen Mitmenschen schon etwas, denn dass jeder herzhaft lachte, als ich ihm die kleine Anekdote erzählte, lässt mich doch ein wenig an dem Mitgefühl meiner Umgebung zweifeln.