AKITA - GESCHICHTEN

Ganz schön keck

 

Wir haben Besuch! Obwohl schon Ende September, ist die Temperatur am Abend noch so mild, dass wir unseren Aperitif auf der Terrasse nehmen. Die Gäste haben köstlich duftende Appetithäppchen mitgebracht, die auch unsere Akita in Entzücken versetzen.

 

Die Hunde waren aufmerksam, anhänglich und hochkonzentriert, ob denn niemand ein Stückchen fallen lässt. Daiunme war besonders anhänglich, sie schmuste mit der Besucherin, kletterte zu ihr auf die Gartenbank, war so richtig lieb und kuschelte sich gemütlich hin. Nach kurzer Zeit wurde sie kaum noch beobachtet.

 

Etwa 8°°Uhr, es dämmerte schon etwas, da bemerke ich, dass das Kuchenblech mit den Häppchen zu wandern beginnt - ?????????? der Aperitif war doch sehr leicht, ob ich aber doch..??? - das Blech wanderte wieder ein Stück in Richtung ....... Daiunme.

 

Das schlaue Biest lag auf dem Schoss und tappte mit der Pfote auf das Kuchenblech, zog es dabei jedesmal ein Stück näher zu sich her, gieriger und zugleich pfiffiger Blick zu den Schinken-Blätterteig-Käseröllchen. Was war sie enttäuscht, als Gabriele ihr das Blech wegzog und ich ihr befahl: "Runter!"

 

So frech und pfiffig zugleich waren die anderen noch nie.

 

 

Gespenster oder Promille?

 

Wir sassen bei Tisch, verspeisten unser kleines, frugales perigordinisches Mahl, als ich mich plötzlich unwohl fühle. Ich wundere mich, denn der Aperitif war leicht, dem Pecharmant* habe ich nur sehr mässig zugesprochen - habe ich Halluzinationen? Vertrage ich denn auf die alten Tage gar nichts mehr? Ich sehe einen roten Hund im Garten schweben!

 

 

Ein böses Omen? Will mich der Geist des Grossen Akita warnen? Sehr unheimlich! Ich sage besser nichts ... wer weiss, ob die anderen die netten weissen Herren holen, die mir ein kleidsames Jäckchen verpassen. Die ersten Schweissperlen rinnen am Rücken. Der Geist fixiert mich, Ruhe bewahren, ein Glas Wasser trinken .... noch ein grosses Glas Wasser, denn der Geist schwebt noch immer da, schemenhaft, denn draussen ist es inzwischen richtig dunkel.

 

Endlich fasse ich Mut und sage: "Kuckt mal raus zum Fenster!" Keiner sieht etwas! Oh je, so fängt es wohl an. Die Brille ist beschlagen, so sehr schwitze ich inzwischen. Ich sage nochmals mit leichter Panik in der Stimme: "Aus diesem Fenster bitte!" und zeige mit dem Finger darauf. ( In den USA soll es Leute geben, die Pink Elephants sehen, in Deutschland sieht man Weisse Mäuse. Aber dass in Frankreich rot-weisse Akita erscheinen, war mir völlig neu. )

 

Ich werde tollkühn und hole den Fotoapparat. Jetzt will ich den Beweis, bin ich schon gaga oder doch noch nicht ganz?................ Da sehen auch die anderen das "Gespenst", sie hatten endlich aus dem richtigen Fenster geblickt. Was war das für ein seltsam schwebend Wesen? Na was wohl? Eines, das uns beim Essen zusehen wollte und es nicht praktisch fand, immer auf den Hinterbeinen zu stehen, um besser reingucken zu können.

 

 

Ich war ja so erleichtert, aber auf den Digestif habe ich sicherheitshalber doch verzichtet. Sicher ist sicher!

 

 

*Erstklassige Weinlage in Bergerac