AKITA - GESCHICHTEN

Die wilden Kerle von Gueyte

Kenshin erzieht

 

Kenshin zieht mit Wonne an Herrchens alter Hose. Der befolgt einen schlauen Tip aus einem schlauen Erziehungsbuch. "Kenshin, aus!" Prompt lässt braves Hundchen aus, sitzt ab und sofort folgt das Belohnungshäppchen.

 

Das Häppchen ist gefressen nun, Kenshin kann was and'res tun. Er zieht wieder an der Hose. "Kenshin, aus!" Wieder lässt der Kleine prompt aus und sitzt ab. Lob und Häppchen, was sonst.

 

Das Fischchen ist verdrückt, Kenshin startet zum neuen Angriff auf die Hose. Zupft, lässt sofort wieder los, sitzt ab und sieht Herrchen erwartungsvoll an.

 

"Äh, ich habe doch gar nichts gesagt?"

 

Kenshin wartet ein wenig, springt wieder auf, zieht noch einmal, aber heftiger und sieht Herrchen erwartungsvoll an: "Du musst 'Aus' befehlen, dann setze ich mich und kriege einen Fisch. So geht das, jawoll!"

 

Nun, was wollte Herrchen lehren? Ja, nicht in die Hose beissen und loslassen auf Befehl! Soweit die Theorie des schlauen Tips aus dem noch schlaueren Buch.

 

Was hat Kenshin gelernt? Immer wenn akita an Herrchens Hose zieht, kriegt Hundchen ein Leckerl!

 

Dumm gelaufen!

 

 

Kenshin denkt nach

 

Kenshin steht oben auf dem kleinen Mäuerchen, das den höheren Teil des Gartens von einer Wiese trennt. Er will runter, zum Springen ist es ihm zu hoch.

 

Die Rettung: Er saust nach rechts, da ist eine Treppe. Dumm gelaufen, die Treppe ist eisglatt, nichts für einen Jungakita. So geht er wieder zurück und sieht sehnsuchtsvoll auf die Wiese, wo die Geschwister toben, hällt das Köpfchen schief und denkt angestrengt nach.

 

Heureka! Wie der Blitz saust er nach links, wo das Mäuerchen in einen Erdwall übergeht, drückt sich durch die Büsche nach unten und schon ist er bei den Kumpeln.

 

So ein Abenteuergarten ist Intelligenztraining pur für die Kleinen.

 

 

 

Kenshin lernt schnell ...

 

Befehle lernt Kenshin unheimlich rasch und befolgt sie auch. "Sitz!", kein Problem. "Komm!" ist allerdings schon etwas schwieriger, aber auf "Kenshiiiiiiiiiin, viens!" saust er auch aus der entferntesten Ecke des Gartens mit fliegenden Ohren an, will dann sofort auf den Arm, ein Leckerchen und viele Knuddeleinheiten.

 

Die klappt bei etwa 90% aller Rufe. Wenn er nicht kommt, können wir davon ausgehen, dass er sich versteckt hat, um in aller Ruhe "dringenden Geschäften" nachzugehen.

 

 

... Kentaro aber auch

 

Draussen ist es herrlich, leichter Frost, viel Platz zum Toben und massenweise Spielzeug wie heruntergefallenen Äste, Blätter, dazu noch die tollen Kumpel.

 

Alles geht zu Ende, die Welpen sollen wieder ins Haus. Alle kommen brav, werden auf den Arm genommen, Leckerli, Knuddeln und wieder ins Warme. Alle kommen brav, alle? Na ja, fast alle. Kentaro will nicht, er will überhaupt nicht. Spielangebote, Leckerli, nichts reizt ihn, er ist ja nicht blöd, dass er darauf hereinfällt.

 

Als Samouraï ihn holen will, saust der Frechdachs wie der Blitz die kleine Treppe runter und auf die Plastikabdeckung des Pools und geht in Spielhaltung: "Hol mich doch, hol mich doch, wenn Du Dich traust!"

 

 

Natürlich traut sich keiner, den Kleinen hält die Plane mühelos, aber die Grossen? Eher nicht.

 

Akita!

 

 

 

Kentaro gibt an

 

Kentaro begann mit etwa sechs Wochen das Bein zu heben und das an strategisch wichtigen Orten.

 

Gestern sah er Sami, wie er die Hauslinde parfümierte. Beschnüffeln konnte er die Stelle ja, aber um seinen Duft daüber zu setzen, fehlt es im noch "ein wenig" an Grösse. Er stand lange vor dem Baum, dachte hin und dachte her und fand die Lösung:

 

Mit den Vorderbeinen hangelte er sich so hoch wie möglich am Stamm empor und streckte seine Hinterläufe wie er nur konnte und ... liess es laufen.

 

Nur, Sami macht er noch keine Konkurrenz, aber den anderen kleinen Rüden hat er so sicherlich mächtig imponiert.

 

 

Teamwork

 

Was behaupten Sie, Akita sind Einzelgänger, keine Teamworker? Bitte, lesen Sie selbst

 

Da wir uns noch nicht völlig darauf verlassen können, dass die Kleinen im Wohnzimmer keinen Unsinn machen, wie die neuen Ledersessel anknabbern oder den Teppich auffädeln, sitzen sie in einem "Welpenpark", man könnte das auch Absperrgitter nennen.

 

Manche Dinge sind für sie so unerreichbar! Unerreichbar? Geht nicht, gibt's nicht, zumindestens nicht für eine Akitafamilie. Nachdem sie gelernt haben, dass ein starker Welpe das Gitter ein klitzekleinwenig verschieben kann, um so an so hochinteressante Dinge wie z.B. den bereitliegenden Putzlappen zu kommen, haben sie inzwischen begriffen, dass sie im Team alles können, auch das Gitter weitläufig verschieben. So finden wir immer wieder begehrte Gegenstände - für die Welpen jedenfalls - wie Mützen oder Handschuhe ( nicht mehr ganz neuwertig ), einen Anorak ( dito ) usw. bei ihnen. Wie die wohl da rein gekommen sind?

 

Ihr neuester Coup ist allerdings schlichtweg genial. Sie haben gelernt, den "Welpenpark" über die kleine Stufe im Wohnzimmer zu schieben, ein herrlich bequemer Ausstieg in die grosse weite Welt.

 

Na, sind das Teamworker oder nicht?