AKITA - GESCHICHTEN

Da bleibt einem doch die Luft weg

oder : "Daidai en pleine forme " *

 

Die Terrasse in unserem Gästehaus ist voller Moos, sieht nicht schön aus und ist ziemlich rutschig. So nutze ich einen einigermassen warmen Tag, um alles mit einem Hochdruckreiniger sauber zu machen. Den Schlauch schliesse ich an einem Wasserhahn an, der in einer Grube angebracht ist und noch den vollen Druck von 8 bar hat. Der Anschlusstutzen ist sehr abgenutzt, diesmal sollte er noch halten, hoffe ich wenigstens. Das nächste Mal, wenn ich in einen Baumarkt komme, kaufe ich einen neuen.

 

Die Hunde sehen interessiert zu, wie ich den Schlauch anschliesse. Rakuna ist sogar so kühn, sich neben den Wasserhahn in die Sonne zu legen, sehr mutig von ihr.

 

Der Hochdruckreiniger fegt die ersten Moos- und Algenflecken hinweg. Daiunme sieht zuerst interessiert zu, aber die herumspritzenden Schmutzteile gefallen ihr gar nicht und sie geht zur dösenden Rakuna.

 

- "Was tut Herrchen da nur? Das ist doch gefährlich! Bei einer so langen, gelben Schlange muss man aufpassen! Ob ich liebes Herrchen beschützen soll? Klar mache ich das! Keine Angst, ich passe auf Dich auf!" -

 

"Iiiiiieeeehhh!" - "Aaaaarrrrrrrgggghhh!"

 

Was hat Rakuna denn? Sie ist stocksauer und triefend nass, Daiunme flüchtet! Der Druck ist auch weg, kein Wasser mehr. Da sehe ich schon einen munter sprudelnden Springbrunnen ..... und eine sehr wütende Rakuna!

 

"Rakuna, komm!" Sie kommt! Brave Rakuna! Ich versuche die empörte Hündin zu beruhigen, sie schüttelt sich nur angewidert. Jetzt bin ich auch nicht mehr ganz trocken, nicht weiter schlimm, die schmutzigen Klamotten muss ich sowieso wechseln.

 

Langsam begreife ich, was los war. Daiunme hat an dem Schlauch gezerrt, für den abgenutzten Anschluss etwas zu heftig! Das Wasser spritzt himmelhoch! Wer dreht den Hahn ab? Die Familie ist einkaufen! Ich drehe den Hahn ab, wer sonst, ist ja kein anderer da? Nur, das Absperrventil ist unter der Fontaine in der Grube. Sich über die Grube beugen ist nicht so lustig, wenn ein dicker, eiskalter Wasserstrahl mit acht Bar Druck herausspritzt. Egal, es muss sein und ich kriege eine volle Ladung des eiskalten Wassers ab, super!

 

Tropfnass erhebe ich mich, da kommt eine feuchte, aber glückliche Daiunme auf mich zu, wedelt mit dem Schwanz, hochzufrieden mit ihrer Rettungsaktion. Ich kann dem kleinen Kobold einfach nicht ernsthaft böse sein, wenn sie so angewackelt kommt, auch nicht, wenn ich es wollte. "Komm her! Daiunme, du Irre!" Begeistert kuschelt sie sich an mich.

 

In diesem Augenblick kommen die beste aller Ehefrauen und meine Tochter vom Einkaufen nach Hause.

 

"Was hast Du denn mit der Kleinen gemacht?! Bei diesen Temperaturen duschen! Willst Du, dass sie krank wird? Du bist so was von rücksichtslos!"

 

Mir bleibt die Luft weg. Ich bekomme einen Anpfiff, ich! Ich bin auch nass und friere! Wer hat da wen nass gemacht? Wer war da rücksichtslos? Jede Antwort wäre jetzt eine falsche Antwort und würde einen unqualifizierten Disput hervorrufen. Ich gehe, auch wenn ich vor Empörung fast explodiere! In Ruhe abtrocknen und umziehen und ......... innerlich abkühlen, äusserlich aufwärmen.

 

Nur Sami versteht mich und kommt mich trösten, auf ihn kann ich mich immer verlassen, Männer sind einfach mitfühlender als Frauen, Daiunme wird inzwischen bedauert, Daiunme, nicht ich!!!!!!

 

Sch.............. ( Zensur! )

 

*Daiunme in Hochform