
GESCHICHTEN
erzählt von Heinz Penndorf
im Auftrag unserer Akita
zurück zu GESCHICHTEN
Jagdunterricht
Daiunme ist eine perfekte Mutter, fürsorglich, geduldig, sanft, aber konsequent und sie lehrt ihre Welpen vieles, was sie für ihr späteres Leben brauchen, so z.B. das Totschütteln von Schuhen - viele Paare fanden so ihr trauriges Ende -, aber auch das Benagen von Teppichen, das Zerreissen von Kleidungsstücken usw.Wenn der Nachwuchs diese Disziplinen perfekt beherrscht, führt sie sie an lebende Beute heran, was schwieriger zu bejagen ist, Mäuse beispielsweise. Es ist fast schon putzig anzusehen, wenn die Mama und ihre kleine Meute in der Wiese stehen und den Mäuselsprung üben.
Treffer! "Heureka, ich hab eine!" Jungrüde Kumagai No Daimaru hat die Ehre die Beute zu präsentieren. "Igitt!", hört man Frauchen rufen, aber, unerschrocken wie sie nun mal ist, nutzt sie sofort diese Gelegenheit um den eingeübten Befehl 'Donne' ( Gib! ) zu üben. Es klappt! Brav lässt ihr Maru die Maus und erhält dafür ein gegrilltes Stück Leber. Tja, ein Hundehalter hat stets die Taschen gefüllt mit Leckerli, denn die schmecken dem Akita einfach besser als eine kleine Pelzkugel.
Alle Welpen sind nun bei ihrer neuen Familie, alle, ausser Daiyoko, denn die wollen wir behalten. Nein, nicht weil sie den Spitznamen 'Piranha - Püppchen' bekommen hat, sondern weil wir sie als künftige Zuchthündin einsetzen wollen. Mama Daiunme hat jetzt viel Zeit für sie und nutzt diese, um ihrer flippigen Lieblingstochter besondere Jagdtechniken beizubringen. Die beiden sind im Garten, unauffindbar. 'Normalerweise' kommen sie auf Zuruf sofort angaloppiert, immer .... na ja, fast immer, denn heute ist mal nicht 'normal'. Nach einigen Minuten sehe ich sie aus einer Hecke stolzieren. Können Hunde stolz sein? Ich weiss es nicht, aber genau so sehen sie aus. Klein-Yoko trägt etwas im Maul, etwas bepelztes, was kann das sein? Eine Maus ist das nicht, dafür ist es zu gross, ein Kaninchen? Nein, dafür ist es zu dünn. Was also dann? Mich ekelt es ohne Ende. Aber es hilft nichts, ich muss den Tausch befehlen.
"Yoko, donne!" Brav kommt das Hündchen zu mir und präsentiert die Beute, lässt sie vor mir fallen, setzt sich ab und erwartet etwas besonderes. Sie bekommt es auch und ich nehme voller Entsetzen ein totes Wiesel auf. Keine Zeit, vorher Handschuhe zu holen ... mir wird speiübel. Mama Daidai kriegt trotzdem auch ihre Belohnung, hat sie sich aus ihrer Sicht ja auch verdient. Sie hat ihrer Tochter schliesslich das Jagen beigebracht.
Irgendwie haben die Cleverlis mich missverstanden .... ich sammle nun wirklich keine toten Tiere, bestimmt nicht. Ihnen war's egal. Nur wenig später kommen sie schon wieder zu mir. Erneut trägt Yoko etwas Pelziges im Fang. Die Mama trabt triumphierend hinterher. "Schau mal Herrchen, was ich der Kleinen alles lehre!" "Ja, Dai, das habt ihr prima hingekriegt!", meine ich, obwohl mir ohne Ende graust, denn die Beute ist eine 'Mulot', eine kleine Ratte, eine Art Wühlmaus.
Wieder befehle ich: "Yoko, donne!" Prompt setzt sie sich vor mir ab, legt mir ihre Beute zu Füssen und erwartet ihre Häppchen. Natürlich bekommen Mutter und Tochter eine fürstliche Belohnung, aber vorsichtshalber hole ich sie anschliessend ins Haus. Mir ist übel, einen Wiesel anzufassen ist ein Ding, aber eine Ratte? Schlangen, Eidechsen usw. sind schon schlimm genug, aber Ratten!Trotzdem, meine Frau hatte Recht, wenn sie immer wieder den Befehl "Donne!" ( Gib! ) einübte. Irgendwann erwischen die Hunde etwas, was für sie gefährlich sein könnte und dann ist man froh, wenn der Austausch klappt.Noch froher wäre ich allerdings gewesen, wenn meine Ehefrau selbst die Früchte ihrer Erziehung hätte 'geniessen' dürfen. Diese Genugtuung hätte ich ihr neidlos gegönnt.
copyright: Heinz Penndorf
NEWS , AKITA , KUMAGAI , UNSERE AKITA , WELPEN , ZUCHT , ERZIEHUNG , GESUNDHEIT , ERNÄHRUNG , GESCHICHTEN , LINKS , GÄSTEBUCH , KONTAKT , HOME , FERIENHAUS