GESCHICHTEN
erzählt von Heinz Penndorf
im Auftrag seiner Tiere
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Daiunme ist läufig!
Als wir den ersten roten Tropfen auf den Fliesen gefunden haben, glaubten wir, es wäre noch etwas Zeit bis zur Standhitze, alles noch ungefährlich. Daiunme selber und Samouraï waren da ganz anderer Ansicht.
Sofort, nachdem wir sie in den Garten gelassen haben, nutzte Sami die Gelegenheit schamlos aus und ritt auf. Ich bemerkte es aber sofort, noch bevor er sein Ziel getroffen hatte, und rief energisch: "Sami! Nein! Runter!" Beide Befehle kennt er ..... und was tut mein braver Bub? Er steigt unverrichteter Dinge wieder ab! Guter Sami, kuckt zwar belämmert, steigt aber ab.
Wir holten ihn sofort ins Haus und er bekam eine Belohnung für den tollen Gehorsam! Hat ihm auch gefallen, andererseits "Faire l'Amour" wäre ihm schon lieber gewesen als ein Stückchen Pastete und Knuddeln mit uns. Mit Rakuna wollten wir die Kleine nicht alleine draussen lassen, denn sie spielt nach ihrer Läufigkeit gerade wieder "Spielzeug im Nest bewachen" und ist sehr ungnädig. Sie ist auch fürchterlich eifersüchtig, wenn "IHR" Akita-Mann mit einer "anderen Frau" flirtet, und die Roten flirten heftig, zärtlich und unablässig.
Ich hatte draussen zu tun und konnte so Daiunme bei meiner Arbeit beaufsichtigen. Also blieb die liebe Kleine alleine bei mir im Garten; Sami jammerte derweilen Stein erweichend im Haus.
Sie wollte aber offensichtlich einen "Kerl" und........... ich traute meinen Augen nicht. Daiunme steht auf der hohen Begrenzungsmauer an unserem Eingangstor und denkt nach, ob sie jetzt runterspringen soll oder lieber nicht? Die Freiheit und "tolle Männer" lockten. Wie kam sie nur auf die Mauer? Sie ist ein guter Springer, aber so hoch? Unwahrscheinlich! Vielleicht ist sie auf den niedrigeren Teil auf der Böschung gesprungen, wie schon oft zuvor, und ist dann nach vorn balanciert? Dort kam sie nicht mehr weiter. Rückwärts laufen konnte sie nicht, springen traute sie sich zum Glück nicht und zum Umdrehen war die Mauer zu schmal. Jetzt stand sie hilflos da oben und dachte nach. Sie war ganz froh, dass ich sie von der Mauer herunter auf die Arme nahm. Ein wenig ängstlich war sie aber doch, denn sie wollte sich unbedingt an mir "festhalten" und fuhr mir mit der Hinterpfote quer übers Gesicht, Kratzer inklusive und die Brille lag im Matsch.
Macht nichts, Hauptsache Hund gerettet. Es wurde spät. Wo soll die Kleine schlafen? Im Schlafzimmer, mit uns als Anstandswauwaus, wo sonst! Man schläft gut, wenn man die Ehefrau nachts plötzlich schimpfen hört: "Mmmmpffff! Ja pfuideifel!" Aber ich war müde, den ganzen Tag bei nasskaltem Wetter draussen und schlafe wieder ein.
Ein Nachtalb auf meiner Brust? Hilfe! Jetzt grapscht der noch mit nassen Händen in mein Gesicht! Ich wache erschreckt auf! Kein Nachtalb, ................. Daidai! Sie steht auf mir und zeigt mir, wie lieb sie mich doch hat. Sie schleckt mich hingebungsvoll ab. "Runter!" Jetzt ist Gabriele auch noch wach! Das süsse Hundchen hat uns alle so lieb und will auch noch Frauchen begrüssen oder zumindest mit ihr kuscheln ..... wenigstens ihre Füsse wärmen? Darf sie auch nicht und trollt sich beleidigt.
Ich nicke müde wieder ein und werde erneut aus dem Schlummer gerissen. Ein zärtliches Wesen, das an meinen Fingern ganz sanft knabbert und vor Freude fast ausrastet, dass ich endlich aufgewacht bin. Gnade, bitte nur noch ein wenig dösen lassen, ich bin wie gerädert!
Der Wecker klingelt und ich sage müde: "Guten Morgen!" Gabriele antwortet verschlafen. Das war ein Fehler! Hurrah! Herrchen und Frauchen sind endlich wach, super, dann können sie ja mit Daidai spielen! Sie dreht übermütig und ausgeschlafen Kreise im Zimmer, quer über das Bett - Herrchens Bauch ist ein super Sprungbrett - und ist so richtig glücklich - wir sind so richtig müde.
Der Anstandswauwau
Kennen Sie den Begriff Anstandswauwau, ja? Wissen Sie auch dessen Ursprung? Nein? Rakuna wird es Ihnen erklären!
Daiunme ist läufig, äusserst verlockend für Samouraï. Trotzdem - nein, deswegen! - leben die beiden vorübergehend getrennt. Weder der Akita-Rüde noch die Junghündin sind damit einverstanden. Sami winselt, heult oder fiept den ganzen Tag. Wüssten wir nicht den Grund dafür, müssten wir annehmen, er hätte grauenvolle Schmerzen. Rakuna geht das lautstarke Gejammere fürchterlich auf die Nerven und ist deswegen auch noch ziemlich ungnädig mit dem Möchtegern-Casanova.
Es ist Abend. Der liebeskranke Akitamann liegt vor dem Lüftungsgitter der Küchentür, seine Angebetete dahinter auf der anderen Seite. Durch die Schlitze nimmt er ihren verführerischen Duft wahr und seufzt und weint zum Steinerweichen. Rakuna will in ihrem Korb endlich ihre Ruhe, sie hat jetzt endgültig genug von dem Getue und geht drohend auf ihren Mann zu. Ein dunkles "Wuff". Das war deutlich! Der arme Kerl erschrickt und, wohlerzogen, wie er nun mal ist, zieht er sich zurück, muss dann sogar verdattert zusehen, wie sich sein Eheweib auch noch selbst vor die Tür legt. Jetzt ist endlich Ruhe im Haus, das Problem ist gelöst, die Jungfrau in Sicherheit.
Die liebe Hündin spielt den Anstandswauwau. Ursprung des Begriffs geklärt?
Copyright: Heinz Penndorf
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