GESCHICHTEN

erzählt von Heinz Penndorf

im Auftrag seiner Tiere

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Kleine Anekdoten aus dem Hundeclub

 

Pfiffig, die Kleine

Die Hundekurse wurden zeitlich umgestellt, so dass Gabriele eigentlich zu früh kam. So hat die kleine Daiunme erstmalig bei Agility mitgemacht, voller Begeisterung und mit erstaunlichem Geschick und viel Mut. Die einzige echte Schwierigkeit war der Weg zwischen zwei Hindernissen, da hatte sie einfach keine Lust, keine echte Herausforderung für einen richtigen Akita, ausserdem war es ziemlich warm.

Der Agility-Kurs war eigentlich für grosse Hunde gedacht, die Kleine stellte sich trotzdem super an, Chapeau!.

Der Clou war aber eine Übung beim anschliessenden Welpenkurs. Bei diesen werden die Welpen spielerisch mit verschiedenen Situationen und Gegenständen vertraut gemacht. Sie werden überdies an Geräusche wie Kirchenglocken usw. gewöhnt. Unter anderem laufen sie dort auch kleine Agilityhindernisse, wie die Wippe, den Slalom oder den Tunnel, der für die Kleinen aus einem Fass ohne Boden und Deckel und anschliessendem Minitunnel besteht . Das ist für einige Hunde wohl ein Angst machendes Hindernis, da durchlaufen, schrecklich!

Nicht für Daidai; sie wollte unbedingt als erste in das Fass. Der Trainer war über ihre Begeisterung überrascht und zog sie vor, freute sich aber nicht lange. Daiunme sauste rein und .......... legte sich hin, es war schliesslich der einzig schattige Platz auf dem Terrain, sehr angenehm bei 35°C. Na ja, eigentlich sollte sie da wieder raus, sie wollte aber nicht, Leckerlis? - kann man ja reinschmeissen, wenn sie es unbedingt fressen soll, aber deswegen das gemütliche Plätzchen verlassen? Steht nicht dafür! Sie an der Leine heraus zerren? Das wäre gegen das Prinzip des Kurses.

Also haben einige Erwachsene "den Kasperle" gemacht, bis sie endlich freiwillig das Fass verliess. Ob sie sich von Diogenes inspirieren liess?

Ein Beispiel für den absoluten Gehorsam gab sie nicht ab, aber einen deutlichen Hinweis, dass sie ein sehr kluger und etwas eigenwilliger Hund ist.

Copyright: Heinz Penndorf

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Die Lehrmeisterin

Rakuna übt gerade auf dem Agility Parcours, Daiunme ist an der Seite im Schatten angeleint und sieht aufmerksam der Grossen zu.

Heute sollen die Hunde einmal "verkehrt herum" durch die Röhre gehen. Rakuna versteht nicht so Recht, was das ganze soll und setzt sich erst mal hin, in Ruhe nachdenken. Es dauert .... es dauert etwas länger, denn Rakuna denkt sehr gründlich nach!

Was ist denn das? Daidai hat sich irgendwie losgerissen und kommt angeflitzt, saust in "richtiger Richtung" durch den Tunnel und setzt sich nach getaner Übung vor Frauchen ab, hochzufrieden mit sich selbst. Ihr Blick spricht Bände: "So rum geht's, kapiert?"

Die Lacher der Zuseher hat sie sich ehrlich verdient!

Copyright: Heinz Penndorf

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Rakuna kann zählen

Eigentlich mag Rakuna Agility recht gerne, nur den Slalom, der missfällt ihr erheblich. Also habe ich ihr zu Hause einen kleinen Slalomkurs aufgebaut, mit nur fünf Stangen statt den offiziellen zwölf. Sie akzeptierte die Übung dann auch ziemlich flott, gab es doch immer ein Stückchen leckeres Fleisch danach.

Am Mittwoch, auf dem Parcours des Clubs, beginnt sie dieses Mal zügig und ohne Anstalten zu machen durch die Stangen zu laufen, das häusliche Training hat sich also gelohnt.

Aber was soll denn das?! Weiter Rakuna, nicht absitzen, Du bist noch nicht fertig! Rakuna meint aber schon, denn zu Hause gibt es nach fünf Stangen eine Belohnung, so geht die Übung nun mal.

Sie bekam auch eine, hat sie sich redlich verdient, nicht gerade für den tollen Parcours, aber dafür, dass sie bis fünf zählen kann, Respekt.

Copyright: Heinz Penndorf

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Die Prinzessin auf der ........ Pfütze

 

Samstag Nachmittag. Tsubaki Hime ( Kamelienblütenprinzessin ) ist mit Frauchen im Welpenkurs. Zum Auftakt dürfen die Kleinen spielen. Sie ist zwar die Jüngste in der Gruppe, spielt aber begeistert mit. Die Kleine muss sich nicht beweisen, dass sie der Alpha ist, sie ist sich selbst dieser Rolle sehr sicher. Die Spiele sind wild, was denn sonst, aber immer friedlich.

Irgendwann muss gearbeitet werden. Gerade da beginnt es wieder zu regnen. Seit Tagen schüttet es schon mit nur kurzen Unterbrechungen, die Wiesen sind schlammig, Mensch und Tier sind entsprechend schmutzig.

Die geforderten Übungen beherrscht die Prinzessin schon lange, darf sie sogar manchmal den anderen vormachen, aber heute, in diesem Sumpf ......? "Hime, sitz!" - Diesen Befehl befolgte das Akita-Mädchen eigentlich schon mit knapp 8 Wochen perfekt, eigentlich, denn Hime sitzt heute nicht, sieht Frauchen fragend an, Blick: "Äh, Frauchen, siehst Du nicht, wie der Platz aussieht?" "Hime, sitz!" Ein Handzeichen verstärkt den Befehl. Wieder der erstaunte Blick: "Das kann doch nicht dein Ernst sein? Ich mach mir doch nicht den Popo nass!" Diesmal ist Frauchen sehr energisch im Ton und per Handzeichen: "Hime sitz!" Hime versteht die Welt nicht mehr, sieht Frauchen vorwurfsvoll, fast schon entsetzt an: "Sag mal, hast Du sie noch alle? Ich soll mich in den Matsch setzen? Kommt nicht in die Tüte! Basta!" Nicht das duftendste Leckerli bringt das Kerlchen jetzt dazu, sich hinzusetzen. Nass von oben, wenn's denn so sein muss, aber einen nassen Hintern, das ist doch zu viel verlangt. Schliesslich ist man ein denkender Akita, ein Freund des Menschen, nicht sein Sklave.

Eine Trainerin hat zugesehen und will zeigen, wie man es 'richtig' macht. Frauchen grinst klammheimlich, sie kennt ihren Liebling genau, ist schliesslich der sechste Akita im Hause. Die akitanische Prinzessin ist verärgert, geruht nicht einmal mehr die Trainerin überhaupt wahrzunehmen, so dass diese schnell entnervt aufgibt, den Kopf schüttelnd über so viel Sturheit - wirklich Sturheit? Die Malinois, Labradors, Aussies und Co sitzen schon lange in der Sauce, ihnen ist der Dreck völlig egal, aber Japaner waren schon immer etwas pingeliger als die Langnasen, was die Körperhygiene betrifft.

Ein anderer Trainer wird vom Ehrgeiz gepackt, zeigt dem Welpen ein grosses Stück Knackwurst und befiehlt zackig: "Sitz!" Hime will nicht, und wenn sie nicht will, dann will sie nicht, die Wurst hätte sie schon gerne, aber dafür einen nassen Hintern kriegen? Nein, muss nicht sein, wirklich nicht. Der Gute versucht es noch einmal, lässt sie ganz kurz an der Wurst riechen, ein fieser Trick. Hime denkt angestrengt nach, man sieht deutlich, wie es in dem süssen Hundeköpfchen arbeitet.

Heureka! Sie hat die Lösung! Blitzschnell deutet sie ein Sitzen an - auf dem trockenen Stiefel des Trainers - steht aber sofort wieder, sieht den verdatterten Mann auffordernd an und wedelt mit der Rute, ist sichtlich über sich selbst begeistert.

Sie hat die Wurst bekommen, nicht für blinden Gehorsam, nein, für ihre Pfiffigkeit. Warum die Menschen um sie lachen, versteht sie wohl nicht so recht, aber dass sie etwas ganz Tolles vollbracht hat, das kriegt sie schon mit.

Copyright Heinz Penndorf

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