GESCHICHTEN

erzählt von Heinz Penndorf

im Auftrag seiner Tiere

 

zurück zu GESCHICHTEN

 

Alt und schusselig

 

Ich werde alt und vergesslich. Ständig verlege ich irgendwelche Dinge, wie Arbeitshandschuhe, Gartengaloschen, Arbeitsmaterial usw. Wenn ich dann frage, ob jemand wisse, wo die Dinge denn seien, erhalte ich oft die äusserst hilfreiche Antwort: "Merk' Dir endlich mal, wo Du Deine Sachen hinlegst!" Danke für die Hilfe, sag' schon nichts mehr!

Ich geniere mich letztendlich zu fragen. Manchmal laufe ich auch suchend umher und ernte mitleidige Blicke, wurde sogar schon gefragt, ob ich den Hausarzt über meine inflationär galoppierende Schusseligkeit informiert hätte. Merci, das baut mich mental so richtig auf.

Ich arbeite gerade an der Restaurierung eines kleinen Häuschens. Essen ist fertig, ich lege Werkzeug und Handschuhe beiseite und gehe ins Haus. Nach einer kleinen Pause mache ich mich wieder ans Werk. Wo ist denn der Maurerhammer schon wieder? Wo ist der zweite Handschuh? Wo habe ich das schon wieder hingelegt? Ich denke angestrengt nach. Manche Dinge unauffindbar verlegen, ja, aber doch nicht einen einzelnen Handschuh, wenn schon dann beide zugleich.

Ich mache mich auf die Suche. Da sehe ich, wie ein rotes Etwas um die Hausecke flitzt. Das Etwas trägt ein grünes Ding im Maul. Das wird doch nicht? .... Mein fehlender Handschuh ist grün! Der Sache gehe ich jetzt auf den Grund!

Geraschel in einem grossen, dichten Gebüsch .... ich drücke mich hinein und was sehe ich? Daidai, mein süsses, goldiges Hundchen, liegt inmitten des Gestrüpps, ihre Spielzeugsammmlung malerisch verteilt, was da ist: Mein Maurerhandschuh - der ist zwar fest genug, um Stacheldraht abzuwehren, aber gegen Akita-Zähne hatte er keine Chance -, meine schon lange fehlende Galosche, der verschwundene Hammer, Julias Reitstiefel, ein ramponiertes Ding, das ich gerade noch als einen meiner "verlegten" Hausschuhe erkenne, die Mütze, die ich schon lange suche, mein unauffindbar gewesenes Geodreieck in kleinen Stücken und noch einiges mehr.

Ich war nicht sauer auf die Kleine! Im Gegenteil! Meine Erleichterung war überschäumend! Triumphierend rief ich meine Damen zu mir, erwartete, dass sie sich voller Scham und Reue für ihre ganz und und gar unberechtigten und infamen Verdächtigungen entschuldigen würden. Das wäre wohl das mindeste, was ich erwarten durfte oder etwa nicht? Hier hatte ich den Beweis! Ich bin nicht schusselig, ich bin nicht vergesslich, nix Alzheimer,ich bin beklaut worden, von meinem eigenen Hund. Alt und schusselig? Ich doch nicht, hehe, wäre ja noch schöner!

Meine triumphale Euphorie währte aber nicht lange, denn, was musste ich mir anhören: "Kannst Du nicht besser aufpassen? Weisst Du nicht, dass es lebensgefährlich für den Hund ist, wenn er alles anknabbert, was Du so herumliegen lässt?"

Copyright Heinz Penndorf

NEWS , AKITA , KUMAGAI , UNSERE AKITA , WELPEN , ZUCHT , ERZIEHUNG , GESUNDHEIT , ERNÄHRUNG , GESCHICHTEN , LINKS , GÄSTEBUCH , KONTAKT , HOME , FERIENHAUS